«Das Pferd ist Leben» – Dr. Stefan A. Locher, Präsident der Swiss Polo Association

Über Vertrauen, Horsemanship und den Gentlemen-Sport Polo

Dr. Stefan A. Locher ist Präsident der Swiss Polo Association und aktiver Polospieler. Im Gespräch erzählt er, was ihn mit dem Ascona Polo Cup verbindet, warum Polo als Sport der Gentlemen gilt und weshalb bedingungsloses Vertrauen zwischen Reiter und Pferd sowie Horsemanship für ihn an oberster Stelle stehen.

Als Präsident der Swiss Polo Association kennt Dr. Stefan A. Locher den Polosport aus jeder Perspektive – als Funktionär und als aktiver Spieler. Im Gespräch gibt er persönliche Einblicke in seine Leidenschaft, seine Werte und seine Verbundenheit mit dem Ascona Polo Cup.

Was ihn mit Ascona verbindet

«Mich verbindet die Freundschaft zu Matteo Beffa und zum ganzen Organisationskomitee mit dem Polo Club Ascona. Zudem trifft man jedes Jahr wieder liebe Freunde und Polospieler. Es ist gewissermassen ein jährliches Stelldichein der Schweizer und internationalen Poloszene. Ascona ist zudem das wahrscheinlich schönste Arena-Poloturnier, welches man spielen kann. Die Nähe zum Publikum und zur Bevölkerung bei der Parade am Samstag durch Ascona ist einzigartig.»

Die einzigartige Atmosphäre

«Die Atmosphäre auf dem Spielfeld, im Zelt oder auch rund ums Poloturnier ist einzigartig. Die Tessiner Bergwelt, die angenehmen Temperaturen und das meist sonnige Wetter tragen ebenfalls zu einer Superstimmung bei. Und auch wenn es sich um ein kompetitives Turnier handelt, so stehen immer auch eine grosse Portion Spass, Geselligkeit und Party auf dem Programm. Eine derart abwechslungsreiche Stimmung findet man sonst bei keinem anderen Poloturnier.»

Vertrauen zwischen Reiter und Pferd

«Das Vertrauen zwischen Reiter und Pferd muss bedingungslos sein. Als Reiter muss ich mich stets auf mein Pferd verlassen können. Gleichzeitig stehen Horsemanship und das Wohl des Pferdes an oberster Stelle. Es bereitet riesige Freude, mit erfahrenen Spielern im Team bei diesem Poloturnier an den Start zu gehen. Insbesondere wird man von besser spielenden Mitspielern mitgerissen und zu Höchstleistungen animiert. Dass dabei Präzision und Geschwindigkeit eine Rolle spielen, darf natürlich nicht vergessen werden. Ein Spiel kann zudem erst in der letzten Sekunde entschieden werden – der Kopf muss also bis zum Schluss bei der Sache bleiben.»

Über das Pferd als wichtigsten Partner

«Pferd und Polospiel bilden eine Einheit, wobei das Pferd sicherlich den weit grösseren Anteil an diesem Team ausmacht. Ein gutes Polopferd muss für mich einfach zu reiten sein, einen schönen Galopp mitbringen und mir im Spiel oder beim Training Sicherheit vermitteln. Beim Polospielen ist es wichtig, dass ich mich voll und ganz auf mein Pferd verlassen kann – es ist sozusagen meine Lebensversicherung.»

Respekt, Anstand – der Sport der Gentlemen

«Für mich zählen im Polosport Respekt und Anstand zu den wichtigsten Werten. Nicht umsonst nennt man den Polosport den Sport der Gentlemen. Ganz wichtig finde ich auch, dass man sich am Ende eines Spiels, wenn man vom Pferd steigt, gegenseitig die Hand reichen kann.»

Teamgeist und Kommunikation

«Der Erfolg eines guten Poloteams basiert sicherlich auf einer guten Kommunikation. Ohne klare und taktische Absprachen innerhalb des Teams ist man bei diesem Sport verloren. Jeder erhält zu Beginn eines Spiels eine Rolle zugeteilt, die man im Angriff oder in der Verteidigung so gut wie möglich zu erfüllen hat. Gleichzeitig unterstützt jeder Spieler auch seine Mitspieler – so, wie es sich für einen Teamsport gehört.»

Unvergessliche Momente

«In meiner Polokarriere durfte ich zahlreiche unvergessliche Momente erleben. Hierzu zählt sicher der Sieg beim Ascona Poloturnier im letzten Jahr. Ebenso bleiben die beiden Siege beim Polopicknick in Münster und beim German Polo Masters auf Sylt in bester Erinnerung. Ein weiteres Highlight ist sicherlich der Sieg bei der Swiss Low Goal Championship letztes Jahr. Bei allen Poloturnieren trifft man immer wieder spannende und interessante Leute, sodass ich gar niemanden hervorheben möchte.»

Das Publikum in Ascona

«Das Publikum in Ascona ist einzigartig und sitzt einem gewissermassen im Nacken oder symbolisch hinten auf dem Pony. Es bereitet einem Freude, wenn Publikum am Spielfeldrand steht und zujubelt. Ganz eindrücklich ist die Situation beim Polopicknick in Münster, wenn gegen 5000 Zuschauer am Sonntagnachmittag beim Finalspiel anwesend sind. Es ist auch immer wieder spannend, wenn die Zuschauer nach einem Spiel zu einem hinkommen, um die Ponys aus nächster Nähe zu begutachten und mit den Spielern ein paar Worte zu wechseln. Das sind jeweils schöne Momente.»

Sein Rat an alle, die Polo noch nicht kennen

«Menschen, die bisher Polo nur von aussen miterlebt haben, würde ich empfehlen, sich einmal selber auf ein Polopony zu setzen. Es gibt sicherlich einige Vorurteile, welche man dem Sport gegenüber hat. Die meisten können aber ganz schnell widerlegt werden. Polo gilt nach wie vor als der schnellste Teamsport. Bereits vor einigen Jahren habe ich den Spruch kreiert: ‹If you got infected, we aPOLOgize.› Die Chance, von diesem Polovirus befallen zu werden, ist also riesig.»

«Es lohnt sich auf jeden Fall, sich den Polosport aus nächster Nähe anzusehen. Es hat etwas Magisches, den Geruch von Schweiss, Pferden und Spannung in der Luft wahrzunehmen. Dieses Erlebnis und die Nähe zum Sport, wie man es in Ascona erleben darf, ist via Fernsehen nicht erlebbar.»

Ein abschliessender Gedanke

«Wer dieses einzigartige Turnier verpasst, ist selber schuld. Wir sehen uns im Tessin.»


Häufige Fragen

Wer ist Dr. Stefan A. Locher?

Dr. Stefan A. Locher ist Präsident der Swiss Polo Association und aktiver Polospieler. Er engagiert sich für den Polosport in der Schweiz und ist regelmässig beim Ascona Polo Cup dabei.

Was verbindet ihn mit dem Ascona Polo Cup?

Ihn verbinden die Freundschaft zu Matteo Beffa und zum Organisationskomitee sowie das jährliche Wiedersehen mit der Schweizer und internationalen Poloszene. Ascona ist für ihn das wahrscheinlich schönste Arena-Poloturnier, das man spielen kann.

Warum nennt man Polo den Sport der Gentlemen?

Weil im Polosport Respekt und Anstand zu den wichtigsten Werten zählen. Für Dr. Locher gehört dazu auch, dass sich die Spieler am Ende eines Spiels gegenseitig die Hand reichen.

Was macht ein gutes Polopferd aus?

Ein gutes Polopferd sollte einfach zu reiten sein, einen schönen Galopp mitbringen und im Spiel wie im Training Sicherheit vermitteln. Für Dr. Locher bildet das Pferd den grösseren Anteil des Teams – es ist sozusagen seine Lebensversicherung.

Was rät er Menschen, die Polo noch nicht kennen?

Sich einmal selbst auf ein Polopony zu setzen und den Sport aus nächster Nähe zu erleben. Viele Vorurteile liessen sich schnell widerlegen – und die Gefahr, vom «Polovirus» befallen zu werden, sei riesig.

Im Gespräch: Dr. Stefan A. Locher, Präsident der Swiss Polo Association