Eine jahrhundertealte Verbindung zwischen Pferd, Mensch und Landschaft am Lago Maggiore
Über Jahrhunderte gehörten Pferde und Maultiere zum Alltag in Ascona und im gesamten Tessin. Auf schmalen Saumpfaden transportierten sie Menschen und Waren zwischen dem Lago Maggiore und den entlegenen Bergdörfern. Mit dem Aufstieg des Tourismus im 19. Jahrhundert wurden sie zum Symbol für Stil und Freizeit – und heute lebt diese besondere Verbindung im Reitsport und im Polo weiter.
Lange bevor Eisenbahn, Automobil und moderne Strassen die Region erschlossen, bestimmten Pferde den Rhythmus des Lebens im Tessin. Ihre Geschichte erzählt zugleich die Geschichte der Menschen, der Wege und der Landschaft rund um den Lago Maggiore – eine Geschichte, die bis heute nachklingt.
Unverzichtbare Begleiter auf den Saumpfaden
Über viele Jahrhunderte gehörten Pferde in Ascona und im gesamten Tessin ganz selbstverständlich zum täglichen Leben. Auf schmalen Wegen verbanden Pferde und Maultiere die Orte am Lago Maggiore mit den entlegenen Bergdörfern und den Tälern des Hinterlands. Über die sogenannten Saumpfade – im Tessin als «Mulattiere» bekannt – transportierten sie Menschen, Wein, Holz, Getreide und Stein durch das Maggiatal, das Verzascatal und über beschwerliche Alpenpfade. Wo heute Strassen verlaufen, war der trittsichere Schritt der Tiere lange die einzige verlässliche Verbindung.
Mehr als Arbeitskraft: Beweglichkeit, Sicherheit und Verbindung
Dabei waren die Tiere weit mehr als blosse Arbeitskraft. Sie bedeuteten Beweglichkeit, Sicherheit und eine Verbindung zur Aussenwelt. Ihr ruhiger Schritt prägte den Rhythmus der Wege und des ländlichen Lebens, Tag für Tag, Saison für Saison. Auch auf den Märkten rund um Ascona und Locarno spielten Pferde und Maultiere eine wichtige Rolle und trugen so unmittelbar zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region bei. Wer ein gutes Tier besass, besass Handlungsspielraum – und ein Stück Unabhängigkeit.
Der Wandel im 19. Jahrhundert: Kutschen, Gäste und eine neue Freizeitkultur
Mit dem Aufstieg des Tourismus im 19. Jahrhundert wandelte sich die Bedeutung des Pferdes grundlegend. Kutschen brachten wohlhabende Gäste zu den Hotels und an die eleganten Seepromenaden. Ausritte durch Kastanienwälder, Weinberge und sonnige Hänge wurden zum Ausdruck einer neuen Freizeitkultur. Das Pferd stand nun nicht mehr allein für Arbeit, sondern zunehmend auch für Stil, Naturerlebnis und gesellschaftliche Eleganz – ein Wandel, der die südländische Leichtigkeit des Tessins besonders schön widerspiegelt.
Von der Geschichte zum Polo: die Verbindung lebt weiter
Heute lebt diese besondere Verbindung vor allem im Reitsport und im Polo weiter. Kraft und Schnelligkeit der Pferde treffen dabei auf Präzision, Vertrauen und Teamgeist. Vor der mediterranen Kulisse Asconas wird Polo so zur Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart – und das Pferd zum Sinnbild für Freiheit, Leidenschaft und die zeitlose Eleganz des Tessins. Wer heute ein Polo-Match am Lago Maggiore verfolgt, sieht darin nicht nur Sport, sondern die Fortsetzung einer jahrhundertealten Beziehung zwischen Mensch, Tier und Landschaft.
Häufige Fragen
Welche Rolle spielten Pferde früher im Tessin?
Pferde und Maultiere waren über Jahrhunderte unverzichtbare Begleiter im Alltag. Auf schmalen Saumpfaden transportierten sie Menschen, Wein, Holz, Getreide und Stein und verbanden die Orte am Lago Maggiore mit den Bergdörfern des Hinterlands.
Was sind Saumpfade?
Saumpfade sind schmale Wege, auf denen Lasttiere Waren beförderten. Im Tessin werden sie «Mulattiere», also Maultierwege, genannt. Sie waren lange die wichtigste Verbindung durch die Täler und über die Alpenpfade.
Wie veränderte der Tourismus die Bedeutung der Pferde?
Mit dem Aufstieg des Tourismus im 19. Jahrhundert brachten Kutschen wohlhabende Gäste zu den Hotels und Seepromenaden. Ausritte wurden zum Ausdruck einer neuen Freizeitkultur, und das Pferd stand nun auch für Stil, Naturerlebnis und Eleganz.
Was verbindet die Geschichte der Pferde mit dem Polo in Ascona?
Im Polo lebt die alte Verbindung zwischen Mensch und Pferd weiter. Vor der Kulisse Asconas trifft die Kraft der Tiere auf Präzision und Teamgeist – Polo wird so zur Brücke zwischen der Geschichte des Tessins und seiner Gegenwart.
Welche Waren wurden mit Pferden und Maultieren transportiert?
Vor allem Wein, Holz, Getreide und Stein wurden über die Saumpfade durch das Maggiatal, das Verzascatal und über die Alpenpfade befördert – dazu natürlich die Menschen selbst.

